Seit 2013 gibt es Atelier Gry (sprich: Grü). Ich bin Kunsthandwerkerin – Buchbinderin – Schachtelmacherin mit Schwerpunkt auf Schachteln mit Wickelhülle, angelehnt an die japanischen hako chitsu-Bücherschachteln. Da ich auch die traditionelle japanische Ästhetik schätze, verwende ich als Bezug Chiyogami zusammen mit farblich harmonierendem Einbandgewebe. Chiyogami ist für mich der Rolls-Royce unter den Dekorpapieren: Haptik und Aussehen sind kostbar und einzigartig, und auch die Verarbeitbarkeit ist ausgezeichnet.
Meine Schachteln werden auf ihrer Oberseite durch ein passendes Relief oder Papier-Applikationen abgerundet. Auf die Verwendung von Leder, Pergament und echtem Gold verzichte ich bewusst, so dass ich vegan, umweltfreundlich und nachhaltig arbeiten kann.
Die verwendeten Farben sind vorwiegend gedeckte Töne aus der Erd- und Mineralpalette, für eine natürliche, zeitlose Eleganz. Meine Schachteln eignen sich daher besonders zur Aufbewahrung von liebgewonnenen, vielleicht auch kunsthandwerklich hergestellten Schmuckstücken, Schreibgeräten und mehr.
Ich biete auch einen Reparaturservice für meine Arbeiten an, sollte einmal etwas beschädigt werden. Ihre Familienbibel & Co. sind allerdings besser bei Kolleg*innen aufgehoben, die sich auf Buchreparaturen spezialisiert haben.
Ich bin Mitglied im Kunst Handwerk Design Baden-Württemberg e.V., bei den Meistern der Einbandkunst und den britischen Designer Bookbinders.
Vita
Erstes Leben:
Ganz früh schon Begeisterung für Farben und das eigene Herstellen von Dingen, besonders aus Papier. Die ersten Schachteln, Hefte und Büchlein entstehen (und sind dementsprechend schief!). Basteln und Handarbeiten liegt auch irgendwie in der Familie. Aber: "Vom Basteln kann man doch nicht leben!" Von Kunsthandwerk keine wirkliche Ahnung, deshalb:
Zweites Leben:
Studium mit Fremdsprachen. Begeisterung für Anglistik. Definitiv keine Begeisterung für die begrenzten Möglichkeiten, sein Wissen nach Abschluss in der Arbeitswelt einzubringen, deshalb:
Drittes Leben:
Sieben Jahre in Großbritannien bei einer Behörde. Daneben Fernstudium an der Open University. Irgendwann die Erleuchtung: Es gibt das Kunsthandwerk! Professionelles Arbeiten mit Papier nennt sich Buchbinden! Die ersten englischsprachigen Lehrbücher. Autodidaktisches Lernen, in Jahren des Fernstudiums eingeübt, neben dem day job in der Behörde. Dann ein Angebot, das ich nicht ablehnen kann, deshalb:
Viertes Leben:
Rückkehr nach Deutschland. Noch mehr Lehrbücher, diesmal deutschsprachige, und autodidaktisches Lernen. Eintragung bei der Handwerkskammer als Buchbinderin, erste Beteiligungen an Ausstellungen, wo meine Werke neben denen von Meister*innen stehen – und bestehen! Weiterhin Lernen, Arbeiten, Lernen. Meine Werke werden in Ausstellungen zum Staatspreis für das Kunsthandwerk gezeigt und bestehen auch die Aufnahme-Jury für den Bund der Kunsthandwerker in Baden-Württemberg (mittlerweile: Kunst Handwerk Design Baden-Württemberg e. V.).
Und noch immer Lernen und Arbeiten, Arbeiten und Lernen, denn ich habe den schönsten Beruf der Welt!
