12/01/2026

Eis- und Schneesterne aus dem Schneideplotter

Unterschiedliche, verschieden große Eis- und Schneesterne (nach Art von Scherenschnittsternen), die von einem Schneideplotter geschnitten wurden
Diese Sterne wurden von meinem Schneideplotter aus dem goldschimmernden Karton Merida Pearl Elfenbein (220g) ausgeschnitten.

 

Ein frohes neues Jahr!
Früh im vorigen Jahr habe ich meine Eis- und Schneesterne vorgestellt und darüber nachgedacht, sie zu digitalisieren und für meinen Schneideplotter nutzbar zu machen. Das habe ich jetzt getan und möchte meinen Prozess mit Ihnen teilen, falls Sie Interesse daran und Verwendung dafür haben.

 

Eine Anleitung zur Herstellung eigener Schnittdateien für Silhouette-Maschinen auf der Basis von Digitalfotos

Ich gehe davon aus, dass Sie mit der grundlegenden Bedienung eines Schneideplotters und seiner Software sowie mit der digitalen Fotobearbeitung vertraut sind. Das Prinzip lässt sich sicher auf jeden Schneideplotter und jede Fotobearbeitungssoftware übertragen, aber der Vollständigkeit halber gebe ich Ihnen hier meine Geräteliste: Ich habe eine Silhouette Portrait 3 und verwende die Software Silhouette Studio Basic Edition 4.5 (Release 4.5.180ss). Die Designer Edition ist hierfür nicht nötig. Übrigens verwenden alle Silhouette-Maschinen dieselbe Software. Haben Sie also eine Cameo, können Sie die Anleitung 1:1 übernehmen. Für die Fotobearbeitung verwende ich Adobe Photoshop Elements 15.0, weil das für meine Zwecke völlig ausreichend ist.

Wer einen Schneideplotter kauft, wird schnell merken, dass man nicht nur sehr viel Geld für Zubehör ausgeben kann, sondern auch, dass es einen stetigen Fluss von neuen Designs und Schriftarten gibt, die man ebenfalls kaufen oder sogar abonnieren kann. Dabei beginnt der Spaß (und die wirkliche Kreativität!) doch erst, wenn man eigene Designs nach eigenen Vorstellungen verarbeiten kann. Es ist ziemlich einfach, eine eigene Schnittdatei herzustellen. Alles, was Sie fotografieren können, können Sie auch in eine Datei für Ihren Schneideplotter verwandeln.

Das brauchen Sie dazu:

  • einen Schneideplotter mit der dazugehörigen Software (Standard/Basic ist ausreichend)
  • ein Fotobearbeitungsprogramm (Standard/Basic ist auch hier ausreichend)
  • Kamera oder Smartphone zum Fotografieren
  • und ein Objekt, das fotografiert wird – in meinem Fall einen Scherenschnittstern

Zuerst fotografieren Sie ab, was Sie später schneiden lassen wollen. Halten Sie die Kamera oder das Smartphone ganz gerade parallel über das Objekt, damit es gut reproduziert wird. Dafür hat die Smartphone-Kamera eine Hilfsanzeige, die man einblenden kann. Achten Sie auf möglichst hohen Kontrast zwischen dem Objekt und dem Hintergrund.

Für das spätere Nachzeichnen des Objekts ist es hilfreich, wenn der Kontrast mit Hilfe einer Fotobearbeitungssoftware noch verstärkt wird. In Photoshop können Sie den Kontrast beispielsweise verstärken, indem Sie den Hintergrund ganz schwarz und den Stern weiß oder hellgrau einfärben. Also nicht den Kontrast des Fotos erhöhen, das ist nicht gemeint. Speichern Sie das Bild als png- oder jpg-Datei.

Wechseln Sie zu Silhouette Studio, rufen Sie das eben erzeugte Bild auf und lassen Sie es nachzeichnen. Den Befehl finden Sie in der Werkzeugleiste ganz rechts. Erst einen Rahmen um den Bereich zum Nachzeichnen ziehen, dann ggf. die Schwellenwerte anpassen, bis die Konturen sauber erfasst sind, und auf 'Nachzeichnen' klicken. Wurden nicht alle benötigten Konturen nachgezeichnet, liefert vielleicht 'Nachzeichnen und Ablösen' bessere Ergebnisse.

Jetzt können Sie das soeben nachgezeichnete Bild zur Seite rücken und haben die Schnittlinien vor sich. Die muss man meist noch aufräumen, da sie oft aus sehr vielen Punkten bestehen, was den Computer langsam macht. Wechseln Sie in den Punktbearbeitungsmodus (in der Werkzeugleiste links) und klicken Sie auf 'Vereinfachen' (die Schaltfläche, die wie ein S aussieht), um die Zahl der Punkte zu reduzieren. Das kann man auch mehrmals machen. Auf zwei Dinge sollten Sie dabei achten. 1. Passen Sie auf, dass beim Vereinfachen die Form nicht verändert wird, denn das passiert manchmal. 2. Machen Sie die Form nicht zu glatt und regelmäßig, denn das sieht steril und künstlich aus. Kleine Unregelmäßigkeiten (sie können gern so klein sein, dass sie nicht sofort ins Auge fallen) machen eine Form interessant und geben ihr Leben. Krumm und schief sollte es allerdings auch nicht aussehen, es sei denn, Sie möchten das so haben.

Sind die Schnittlinien fertig bearbeitet, drehen Sie die Form einmal um ihre eigene Achse, um Unregelmäßigkeiten oder Fehler zu suchen. Der Befehl hierzu ist 'Objekt → Drehen', und dann mehrmals in die gewünschte Richtung wiederholen. Es ist erstaunlich, was einem dabei noch alles auffällt! Wenn sich die Form nicht drehen lassen will ohne in ihre Einzelteile zu zerfallen, müssen Sie diese eventuell gruppieren oder zusammenfassen, indem Sie verknüpfte Pfade erstellen (unter 'Modifizieren' in der Werkzeugleiste ganz rechts).

Nach einem Testschnitt auf Reststücken (empfiehlt sich immer) kann es losgehen mit der Schneestern-Produktion!

Wenn Sie gut mit den Zeichenwerkzeugen in Silhouette Studio umgehen können, können Sie sich den Umweg über ein Foto und das Nachzeichnen auch sparen und direkt die gewünschte Form zeichnen. In dem Fall sind Sie aber vermutlich sowieso schon Expert*in und benötigen keine Anleitungen mehr, nicht wahr?

Wenn Sie auch einen Silhouette-Schneideplotter und Interesse an meinen Dateien haben, lassen Sie es mich wissen. Es sind studio3-Dateien und ich teile sie gern für private Zwecke. Wenn Sie meine Designs verkaufen möchten (d.h. eine gewerbliche Nutzung anstreben), muss das auf jeden Fall vorher mit mir abgesprochen sein. Ich widerspreche ausdrücklich einer gewerblichen Nutzung ohne vorherige Einwilligung.

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